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Ökonom: Rentner sind Profiteure der Coronakrise

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise führen nach Auffassung des Ökonomen Bernd Raffelhüschen zu Ungerechtigkeiten im deutschen Rentensystem. "Während die Löhne wegen des Abschwungs fallen, werden die Renten dies nicht tun, obwohl dies ein solidarischer Gedanke über die Generationen hinweg wäre", sagte Raffelhüschen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). Stattdessen blieben die Renten infolge der aktuellen Gesetzeslage auch im Fall einer Rezession auf dem jetzigen Stand eingefroren, während das Lohnniveau aufgrund der wirtschaftlichen Krise sinke.

Setze man beide Faktoren ins Verhältnis zueinander, "wird das Rentenniveau durch Corona sogar steigen. Es zeigt sich: Rentner sind die Profiteure der Coronakrise, sie werden keinen Einkommensverlust erleiden. Sie werden sogar besser davon kommen als die anderen, die ihre Rente bezahlen", so Raffelhüschen. Die Bundesregierung hatte 2018 beschlossen, dass die Altersbezüge bis 2025 bei mindestens 48 Prozent liegen und der Beitragssatz maximal 20 Prozent beträgt. Rentenkürzungen aufgrund eines fallenden Lohnniveaus sind ausgeschlossen. Wegen der Coronakrise geht die Deutsche Rentenversicherung für das kommende Jahr von einer Nullrunde bei den Altersbezügen im Westen und von einer Mini-Anhebung von 0,7 Prozent in Ostdeutschland aus. Raffelhüschen betonte, eine weitere Folge der aktuellen Rentenpolitik sei, "dass sich die Staatsverschuldung in den nächsten Jahren weiter massiv erhöhen wird". Da die Beitragszahler in der Coronakrise nicht weiter belastet werden könnten, werde voraussichtlich der staatliche Bundeszuschuss in die Rentenkasse steigen. Um konjunkturbedingte Mindereinnahmen auszugleichen, werde der Staat "neue Schulden machen, um weiter steigende Renten zu bezahlen. Zurückzahlen müssen das spätere Generationen", sagte Raffelhüschen.

Meldung vom 05.08.2020


Foto: über dts Nachrichtenagentur

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