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Bericht: Mafia-Gruppen handeln mit minderwertigen Lebensmitteln

Italienische Mafia-Gruppen handeln nach Kenntnissen der Bundesregierung auch in Deutschland mit gefälschten oder minderwertigen Lebensmittelprodukten. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen. "Für Strukturen der Italienischen Organisierten Kriminalität (IOK) stellt der Handel mit minderwertigen oder falsch deklarierten Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln grundsätzlich ein Betätigungsfeld dar, in dem hohe Gewinne erzielt werden können", heißt es in dem Schreiben.

"Das Entdeckungsrisiko sowie die Strafandrohung für die Agierenden sind dabei, insbesondere im Vergleich zu sonstigen Kriminalitätsfeldern wie etwa der Rauschgiftkriminalität, vergleichsweise gering", hebt die Bundesregierung hervor. Demnach gewinne die Polizei in Ermittlungsverfahren gegen Gruppen der Organisierten Kriminalität "vereinzelt Erkenntnisse", dass "kriminelle Strukturen gefälschte oder minderwertige Agrarerzeugnisse oder Lebensmittel in den Vertrieb bringen", etwa gefälschten Champagner, und "Gastronomiebetriebe zur Abnahme nötigen". Die Sicherheitsbehörden rechnen diese Straftaten vor allem italienischen Mafia-Gruppen zu, allen voran der Ndrangheta aus Kalabrien, und gehen davon aus, dass "dieser Phänomenbereich auch in Deutschland eine Einnahmequelle der verschiedenen Gruppierungen" der italienischen Organisierten Kriminalität darstelle. Zugleich hebt die Bundesregierung hervor, dass anders als Drogenhandel und Geldwäsche der Betrug mit Lebensmitteln "keinen Schwerpunkt" innerhalb der in Deutschland begangenen Delikte darstelle. Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic sagte den Funke-Zeitungen: "Die Infiltrierung des Agrar- und Lebensmittelmarkts durch die Organisierte Kriminalität ist nach wie vor vergleichsweise unbeachtet. Dabei ist die Unterwanderung des Lebensmittelmarktes durch hochkriminelle Gruppen wie der Mafia höchst alarmierend." Der Verkauf von minderwertigen Produkten könne "massive Konsequenzen für die Konsumenten" haben, so Mihalic. Die internationale Polizei-Kooperation zur Bekämpfung von Lebensmittelkriminalität müsse daher ausgeweitet werden.

Meldung vom 19.09.2021

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